10000 Km - No Problems

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10000 Kilometer ist sie nun schon alt, eigentlich kann ich das ja noch gar nicht glauben. Die letzten Jahre bin ich immer weniger Motorrad gefahren, letztes Jahr waren es nur noch ca.5000 Kilometer, davon waren 3000 Kilometer im Urlaub, teils lag es am Zeitmangel, teils auch daran das es mir nicht mehr so viel Spaß machte das ich Abends noch mal schnell eine Runde gedreht habe. Stimmt ja eigentlich nicht, Spaß hat es mir immer gemacht nur war der Drang mit dem Motorrad zu fahren nicht so groß. 
Aber ich schweife hier ab, 10000 Kilometer hat meine R1150GS jetzt schon unter die Räder genommen. Eigentlich nichts besonderes sollte man meinen, ist ja schließlich eine BMW, aber der Ruf von BMW ist in letzter Zeit ein wenig ramponiert, schlechte Dauertests und wie ich in meinem Forum lesen kann auch einige unzufriedene BMW Fahrer die ein Problem am anderen haben. Meine GS fährt aber bisher, bis auf ein paar Kleinigkeiten, ohne Probleme.
Die Kleinigkeiten sind eine meiner Meinung nach zu lauten Benzinpumpe, wenn die Tankfüllung sich dem Ende nähert stört mich diese jammernde Summen der Pumpe schon, irgendwie denke ich immer daran, wie lange sie denn noch Benzin pumpen wird. Die Werkstatt und ein Mitarbeiter von BMW halten es aber für unbedenklich. Vielleicht ist das ja auch normal, meine R1100GS hatte einen Kunststofftank und dieser dämpft das Geräusch wesentlich stärker als der Blechtank der R1150GS.
Des weiteren quietschte meine Schwinge, dieses Problem hat aber die Werkstatt beim 10000Km Kundendienst aus der Welt geschafft. Dort wurde die untere Federbeinaufnahme zerlegt und dann geschmiert. Jetzt Quietscht nichts mehr.
Jetzt komm ich mal zu den allerseits besprochenen Verwirbelungen der Scheibe, schon wieder, das scheint das am meisten Diskutierte Thema unter GS Fahrern zu sein. Mich stören die Verwirbelungen nicht und ich bin immerhin 190cm groß, wenn ich ganz aufrecht sitze wird es lauter, aber so kann ich eh nicht sitzen. Also den Tipp an alle potenziellen Käufer, ausgiebig Probe fahren und zwar wirklich ausgiebig. In 20 Minuten kann man nicht Festellen ob es einen stört oder nicht. Viele Händler bieten ja auch ein Leihmotorrad an das man dann ein Wochenende lang testen kann. Bevor man 24000 DM ausgibt, kann man sich einem solchen Test ja mal ins Auge fassen. Wenn man anschließend das Motorrad dann kauft lässt der Händler sicherlich über Mietpreis mit sich reden.

Eigentlich fällt mir ja nichts mehr ein, nur eines noch. Auf die ersten 10000Km hat die GS ziemlich genau einen Liter Öl gebraucht und im Schnitt 5,8 Liter vom feinen Super Benzin. Mein Metzeler Tourance Reifen sieht noch nach weiteren 5000 Km aus, und wenn er das hält kommt mir wieder einer drauf. Aber bei dem Namen war das doch klar. Jemand der Metzele heißt muss wohl auch einen Reifen fahren der Metzeler heißt.
Das neuste Diskussionsthema scheint der 6 Gang zu sein. Zu lang übersetzt oder nicht das ist die Frage, ich meine nicht. Meine 1100GS rannte bei Höchstgeschwindigkeit in den Drehzahlbegrenzer, was sicherlich nicht sonderlich material schonend ist. Die 1150GS dreht bei gleicher Geschwindigkeit ca. 1500U/min weniger, spart Benzin und schont die Nerven. Laut Tacho erreiche ich mit Sozia und Koffer 210 km/h, zieht man davon 10% Tachotoleranz ab sind das immer noch 190 km/h, das dürfte wohl reichen. Alleine schafft sie ein wenig über 210km/h womit wir bei den angegebenen 194 km/h wären. Ich habe das aber nur ein einziges mal getestet, denn zum rasen auf der Autobahn gibt es definitiv bessere Motorräder und mir macht das Fahren auf der Autobahn keinen Spaß. Ich nutze diese nur um einigermaßen zügig in die Berge zu kommen. BMW hat ja auch schon darauf reagiert und bietet jetzt ein kürzer übersetztes Getriebe an, damit geht aber der Genuss auf der Landstraße mit 3000 U/min und 120 km/h gelassen und ruhig zu fahren verloren. Ich würde es mir nicht kaufen.

06000 Km - Reifenwechsel auf Metzeler Tourance

Jetzt habe ich die 6000 Km voll gemacht und zwischenzeitlich auch die Reifen gewechselt. Die Michelin T 66 X hatten noch ca. 2 mm Restprofil und so habe ich sie nach 5100 Km gegen Metzeler Tourance getauscht. Als erstes möchte ich mich mal zu den allgemeinen Beschwerden wegen der Verwirbelungen äußern. Ich stelle diese zwar auch fest aber bei weitem empfinde ich sie als nicht so Störend wie andere. Ich fahre mit der Scheibe in der steilsten Stellung und mit einem BMW Systemhelm 3. Nachdem ich bisher noch nicht auf der Autobahn war habe ich mal einen Test unternommen. Auf der Autobahn wird es ab 180 Km/h recht laut und die Verwirbelungen nehmen zu. Was mich aber eigentlich nicht stört, da ich normalerweise nicht auf der Autobahn fahre und wenn doch einmal dann nur auf dem Weg in den Urlaub. Bei diesen Fahrten beschränke ich mich dann auf 150-160Km/h. Ansonsten bekomme ich auch ärger mit meiner Sozia. Winking Der Test des Touratech-Spoilers brauchte auch keine sonderliche Änderung der Luftverwirbelungen.

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Kommen wir zur zweiten Neuerung, die Reifen. Nach nun 1000 km mit den Metzeler Tourance kann ich diesen Reifen uneingeschränkt empfehlen. Von den 1000 Km bin ich ca. 500 zu Zweit gefahren. Selbst dabei verhält sich der Reifen nahezu perfekt. Immer Spurtreu und gut berechenbar. Das Einlenkverhalten ist am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig. Im Vergleich zum Michelin kommt einem der Reifen beim einlenken erst ein wenig Störrisch vor das ändert sich aber sobald das Motorrad sich leicht in die Kurve gelegt hat, dann kommt es einem vor als ob es in die Kurve zeihen würde. Entweder hat sich das in der Zwischenzeit gelegt oder ich habe mich daran gewöhnt, denn das hineinkippen in die Kurve ist nach meinem Gefühl verschwunden. Wie auf dem Bild zu sehen habe ich die Reifen auch mal auf unbefestigten Wegen getestet. Im Vergleich zum Michelin fährt er sich um Welten besser, das Motorrad bleibt in der Spur und rutscht nicht mehr auf dem Schotter seitlich weg, die Traktion und das Bremsverhalten ist auch wesentlich besser. Das Kurvenverhalten ist mit den Tourance gut berechenbar auch wenn der Hinterreifen bei forschem Leistungseinsatz mal zu rutschen beginnt, aber nicht so plötzlich wie beim Michelin, sonder sanft und gut kontrollierbar. Falls es noch jemanden außer mir aufgefallen ist, BMW hat im Fahrzeugbrief und damit auch im Fahrzeugschein einen Schreibfehler. Dort steht Metzeler Enduro Tourence, es sollte aber eigentlich Metzeler Tourance sein. Ich habe daraufhin mit einem Mitarbeiter des TÜV Heidenheim; Herrn Saezler, gesprochen und auch eine E-Mail an BMW geschrieben. Herr Saezler meinte es gibt damit keine Probleme, da es sich nur um einen Schreibfehler handelt und die Antwort von BMW lautete:
Sehr geehrter Herr Metzele,
vielen Dank für Ihr E-Mail.
Wir haben Ihren Hinweis nachvollzogen und mussten feststellen, dass bezüglich der Reifeneintragung der BMW R 1150 GS tatsächlich ein Fehler in der ABE vorliegt. Allerdings handelt es sich hierbei ganz offensichtlich lediglich um einen Tippfehler bei der Erstellung der Fahrzeugpapiere, der aus unserer Sicht keine Probleme bei der Fahrzeug-Hauptuntersuchung darstellt. Sollten Sie jedoch eine anderweitige Erfahrung machen möchten wir Sie bitten, sich nochmals an uns zu wenden. Wir hoffen, dass wir Ihnen helfen konnten und wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt.
Mit freundlichen Grüßen BMW Motorrad Direkt
Die E-Mail stammt vom 2.5.2000 also sollte bei neueren Modelle der Fehler behoben sein. 

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Vor zwei Wochen war ich dann noch auf der jährlichen Ausfahrt meines Motorradhändlers. War ganz interessant die GS mal im Vergleich zu einer R850R zu sehen. Der Gruppenanführer fuhr eine und er war auch mit Sozia unterwegs. Jedenfalls habe ich noch nie einen so oft schleifenden Hauptständer gesehen. Was  mir auch beim hinterherfahren aufgefallen ist, ist das der 850 Motor viel mehr gedreht werden muss und dadurch auch wesentlich öfters geschalten. In der Gruppe fuhr dann auch noch eine 850 GS direkt hinter mir aber dieser hatte, obwohl er alleine unterwegs war nie den hauch einer Chance an uns dran zu bleiben. Was aber wohl mehr am Fahrer als am Motorrad gelegen hat, denn wie gesagt vor mir fuhr eine R850R. War aber trotzdem 350 km lang Spaß. Grüße an die Firma Hechler für die gute Wahl der Strecke und die Spitzenmäßige Organisation. Auf die nächsten 7 Ausfahrten.
Anmerkung eines R850R Fahrers zu meiner Einschätzung:

Die Erfahrungen von deinem Ausritt mit deinem Händler (du weißt schon: die Fahrt HINTER einer R850R) kann ich aus meiner Sicht nicht bestätigen. Als R85-Treiber ist mein Hauptständer noch NIE am Boden der Tatsachen gewesen. Trotz knapp 210 Kilo Zuladung. Es liegt eindeutig an der Vorspannung des Federbeins. Bei Solofahrt (=110Kilo ) ist die Vorspannung bei mir auf Stufe 4. Damit ist genügend Bodenfreiheit vorhanden. Etwas ändert sich jedoch im Fahrverhalten dramatisch: Die Fuhre muss nun mit wesentlich mehr Gas ums Eck gezogen werden. Falls nicht, so verhärtet sich die Hinterhand derart stark, das du unweigerlich zum Kurvenäußeren hoppelst.
Nicht das es jetzt heißt ich will die R850R schlecht machen. Wahrscheinlich war also das Federbein nicht korrekt eingestellt und deshalb setzte der Hauptständer dauernd auf. Trotzdem wenn Jens noch mal mit der R850R vor mir herfährt setz ich eine Schweißerbrille auf, wegen dem Funkenflug. Winking
Noch was zu meiner R1150GS. Das Getriebe schaltet sich immer besser und Öl habe ich bisher erst einmal nachgefüllt.

02500 Km - Spaß mit der GS

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Nachdem ich jetzt die ersten 2500 Kilometer hinter mir habe kann ich jetzt schon genauere Angabe über die R1150GS machen. Als erstes das Motorrad macht Spaß ohne ende, ob im Solo oder Zweipersonen Betrieb. Die Straßenlage ist einfach das beste was ich bisher bei einem Motorrad erlebt habe. Noch ein Lob an BMW für die neue Sitzbank, Da der Bezug nicht mehr so rutschig ist hat der Sozius oder die Sozia keine Probleme mehr sich festzuhalten. Auf der R1100GS rutschte meine Freundin beim Bremsen immer vor, was jetzt nicht mehr passiert.  Da ich letzte Woche noch mal die Möglichkeit hatte meine ehemalige R1100GS zu fahren kann ich meine ersten Eindrücke nur bestätigen. Vor allem die Handlichkeit und die Laufruhe des Motors ist wesentlich besser geworden. Was mir auch noch aufgefallen ist, ist das die Telelever Gabel straffer abgestimmt ist aber trotzdem jede noch so kleine Unebenheit wegbügelt. Nachdem ich ja angekündigt habe das ich die verschiedenen Stellungen der Scheibe testen will kommt hier meine Einschätzung dazu. Die niedrigste Stellung unterscheidet sich fast nicht von der mittleren. Der Helm liegt etwas mehr im Luftstrom und die Trefferquote der Fliegen auf dem Visier steigt an. Anders ausgedrückt, bei meiner Körpergröße von 190cm, sieht das Visier nach 300 km aus wie ein Fliegen-Massengrab. In der höchsten Stellung ändert sich das Bild, jetzt sieht die Scheibe aus wie zuvor das Visier. Bei einer Tour mit einem anderen R1150GS Fahrer (Hallo Uwe hat echt Spaß gemacht) war der unterschied sehr gut zu erkennen. Seine Scheibe, in der mittleren Stellung,  war nach der gleichen Strecke noch richtig sauber im vergleich zu meiner. Da ich ja schon ein paar Zubehörteile für die R1150GS erworben habe kommt hier noch eine kleine Aufstellung.

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Als erstes benötigte ich einen neuen Tankrucksack, da der Tankrucksack meiner R1100GS nicht mehr passte, ich hatte an der 1100GS einen Kunststofftank und dieser benötigte eine andere Halterung als der Blechtank. Da mir der Originaltankrucksack zu teuer ist, habe ich mich dafür entschieden mir einen bei Touratech zu bestellen, dessen größter Vorteil gegenüber dem Original ist, meiner Meinung nach, das riesige abnehmbare Kartenfach. Das Kartenfach hat die Größe 26x29cm, das ist fast DIN A4. Der  Preis beträgt 96,- Euro. Die Seitenteile habe ich bei Touratech in Titansilber zum Preis von 100,- Euro gekauft. Nicht unbedingt nötig sehen aber gut aus. Warum BMW diese Abdeckung nicht ab Werk anbaut ist mir leider auch nicht ganz klar.

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Denn ohne die Seitendeckel sieht es irgendwie so aus als ob etwas fehlen würde. Einen abschließbarer Ölstopfen habe ich auch bei Touratech für 32,- Euro gekauft. Da freuen sich jetzt wieder alle Japanerfahrer das sich BMW Fahrer so etwas kaufen. Trotz allem ist es ein sehr sinnvolles Zubehör. Der Link zum Zubehör Hersteller: http://www.touratech.de

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Jetzt noch ein paar Abschließende Worte. Der Benzinverbrauch bewegt sich zur Zeit, bei zügiger Landstraßenfahrt, so um die 5,6 Liter je einhundert Kilometer. Der Ölverbrauch ist nicht Messbar da ich bis jetzt noch nichts nachgefüllt habe. Weder auf den ersten 1250 Kilometern bis zum Kundendienst noch auf den nachfolgenden 1250 Kilometern. Wenn andere das Problem haben liegt das wohl mehr an ihrer Fahrweise als am Motorrad. Motoren die bis zum letzten belastet werden brauchen einfach Öl.
Für Boxerneulinge ein kleiner Tipp: 
Drehzahlen über 5000 U/min sind nicht nötig um flott voranzukommen. Und wer sich daran hält hat ein sehr Sparsames Motorrad mit dem er immer noch flotter unterwegs ist wie die meisten anderen.

01500 Km - Topcaseplatte weg

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Service Wüste Deutschland. Ich habe die Abdeckung von meiner Topcaseplatte verloren. Ganz klar meine Schuld. Aber was soll's schreib ich halt mal ein paar E-Mails und zwar an GIVI den Hersteller, Five Stars den Deutschen Importeur und an Louis bei denen habe ich sie gekauft. Ca. 5 Tage (17.4.2000) später die erste Antwort von Louis, sie wollten wissen welche Abdeckung das denn sei und ob ich sie bei ihnen gekauft habe. Also habe ich die Rechnung eingescannt und dazu noch ein Bild welches Teil es denn genau ist. Weitere 2 Tage später: Eine E-Mail aus Italien direkt von GIVI. Mit folgendem Text.
Dear Mr Metzele, We have received your above message and we inform you that we are sending you by airmail the coverplate for your E 184.
Das nenne ich Service. Hat dann zwar noch zwei Wochen gedauert bis die Platte da war, aber immerhin kam sie an und zwar kostenlos. Mille Grazie nach Italien zu GIVI.
Auf eine Antwort von FiveStars warte ich heute noch und auch Louis hat sich nicht mehr gemeldet. Vielen Dank dafür. Das nennt man Dienst am Kunden. Mein Geld haben Sie ja schließlich schon! Diese Firmen wollen halt wie viele andere auch, nur mein Bestes, das Geld.

00089 Km - Fahrbericht der 1150 GS

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Endlich war er da, der 1.3.2000. Vor lauter Vorfreude wachte ich schon Morgens um 6.30 Uhr auf. Da ich ja die letzten Tage den Wetterbericht verfolgt hatte, war ich angesichts der Wetterausichten schon ziemlich deprimiert. Der Tag begann jedenfalls wie ihn die Wetterfrösche vorhergesagt hatten, mit strömendem Regen.
Für diese Aussichten hatte ich mit meinem Händler ausgemacht, dass er mir das Motorrad nach Hause bringt. Aber oh Wunder gegen 10.00 Uhr riss der Himmel auf und man konnte sogar schon die Sonne sehen. Nach einen Telefonat mit meinem Händler beschloss ich, sie doch selber abzuholen. Also schnappte ich mir mein Auto und fuhr nach Bolheim. Jetzt mussten sie nur noch das Nummerschild unter meiner Aufsicht anschrauben. Und mir wurden im Büro noch die Fahrzeugpapiere überreicht.
Natürlich bekam ich noch eine Einweisung, nein nicht in die Klinik, sondern  in die Neuheiten der R1150GS. Was aber eigentlich nicht nötig war, ich beschäftige mich mit der R1150GS ja schon seit Herbst 1999. Nach fünf langen Monaten zog ich mir zum ersten mal wieder meine Motorradjacke an und setzte den Helm auf. Ich schwang mich also aufs Motorrad. Kommt mir ja eigentlich alles bekannt vor. Außer die neuen Lenkerarmaturen. Was sich gleich noch als Problem herausstellen sollte. Ich hatte nämlich vergessen das Licht anzuschalten, irgendwie ist man es einfach gewohnt das es immer an ist, außer wenn das Motorrad in der Werkstatt war.
Auf den ersten Metern fällt einem als R1100GS Fahrer eigentlich gleich auf das sich die Sitzposition nicht geändert hat, was auch gut so ist. Die neue Sitzbank sorgt aber für einen besseren Sitzkomfort. Als erstes führte mich mein Weg nach Herbrechtingen, ich wollte ja nach Hause fahren. Mir kam da aber noch eine Polizeistreife in die Quere, wie gesagt ich hatte ja kein Licht an. Sie stoppten mich also. 3 km gefahren und schon die erste Polizeikontrolle, das fängt ja gut an. Irgendwie hatte ich aber den Eindruck, dass sie sich mehr für das Motorrad als für mein Licht interessierten. Die Polizei begutachtete mein Motorrad und ich suchte den Lichtschalter, ist doch irgendwie nicht mehr so wie an der R1100GS, der Schalter fürs Licht ist recht klein geraten, aber den braucht man ja eigentlich nie. Dafür finde ich das die neuen Armaturen vor allem in Bezug auf die Blinker deutlich besser geworden sind. Endlich erhält man eine Rückmeldung, durch einen klar spürbaren Druckpunkt. Über die BMW typische Blickersteuerung lässt sich zwar streiten, aber nach 30.000km mit der R1100GS ist sie mir so ins Blut übergegangen dass ich im letzten Jahr, bei der Fahrt mit einer Kawasaki KLE 500 Probleme mit dem Blinken bekam, irgendwie waren die Schalter nicht an der richtigen Stelle. Ich durfte also ohne Problem weiterfahren, da die Polizisten nach einem Blick auf den Tacho mir glaubten, dass ich das Motorrad gerade erst abgeholt hatte. Tachostand 5 km. Wo wir gerade bei den Armaturen sind, die Griffschalen sind leider immer noch nicht lieferbar, aber diesen Monat sollen sie noch kommen. Hoffentlich wird das nicht so wie bei der R1100GS, denn da hat es ja ewig gedauert bis BMW liefern konnte. Ich gebe ihnen halt noch Zeit bis zum ersten Kundendienst und wenn sie dann noch nicht lieferbar sind, kaufe ich mir die Touratech Handschützer. Die sind zwar teurer, aber dafür lieferbar

AKTUELLE MELDUNG
04.03.2000
Heute wurde ich von meinem Händler angerufen. Man glaubt es ja kaum, aber die Griffschalen sind da. Ich bin gleich nach Bolheim gefahren und habe sie abgeholt. Der Preis beläuft sich auf DM 78.- . Das anbringen der Griffschalen ist einfacher als es aussieht. Nach ca. 20 Minuten hatte ich es geschafft sie zu montieren. Dazu reicht das dem Motorrad beigelegte Werkzeug.


Zu Hause angekommen musste ich erst einmal ein paar Fotos schießen, so neu wird sie nie mehr sein und eigentlich wollte ich nicht mehr fahren, war schon recht kalt.  Beim Fotografieren fällt einen dann auf, dass die R1150GS nicht die Ventildeckel hat mit denen sie bei den ersten Test zu sehen war. Es fehlt der MAGNESIUM Schriftzug und die Rippen am unteren Teil. Diesen Hinweis erhielt ich schon vor ein paar Tagen per E-Mail von einem meiner Homepage Besuchern, der direkt bei BMW nachgefragt hatte und folgende Antwort erhielt:

Sehr geehrter Herr .....,

Ihre R 1150 GS besitzt in jedem Fall Ventildeckel aus Magnesium. Allerdings sehen diese anders aus als die Deckel, mit denen die Maschinen in unseren Katalogen oder auch die ersten Testfahrzeuge ausgestattet waren. Bei diesen Maschinen handelt es sich um Fahrzeuge aus der Vorserie und den allerersten Produktionstagen. Diese mussten leider mit den Magnesiumdeckeln der BMW R 1100 S ausgestattet werden, da uns die eigentlich vorgesehenen Deckel zu diesem Zeitpunkt aufgrund von produktionstechnischen Schwierigkeiten bei unserem Lieferanten noch nicht zur Verfügung standen. Inzwischen werden aber ausschließlich die Magnesiumdeckel ohne Schriftzug bei der R 1150 GS verbaut.

Wir hoffen, dass wir Ihnen helfen konnten und wünschen Ihnen einen guten Start in die Motorradsaison 2000.

Mit freundlichen Grüßen
BMW Motorrad Direkt


Das Wetter schien sich ja zu halten und deswegen beschloss ich, doch noch eine Runde zu drehen. Ich hätte es aber eh nicht ausgehalten das Motorrad in der Garage stehen zu lassen und mich dafür aufs Sofa zu legen. Jetzt habe ich so lange darauf gewartet und jetzt muss ich fahren.
Nach langer Vorrede komme ich jetzt dann doch mal zu meinen ersten Fahr- eindrücken oder man könnte auch sagen zu meinem Testbericht.
Überrascht war ich als erstes mal vom tollen Sound des Boxers, er säuselt jetzt nicht mehr so wie die alte R1100GS, hört sich einfach wieder wie ein Boxer an. Ist aber auch wie bei der alten, beim fahren hört man den Motor fast nicht mehr. Die nächste positive Überraschung ist die Hinterradfederung, sie spricht feinfühlig an und bügelt jetzt auch kleine Unebenheiten weg. Der Telelever ist noch besser geworden und sieht jetzt auch besser aus.
Die ersten Kilometer war ich  damit beschäftigt mich auf das neue 6 Gang Getriebe zu konzentrieren. Es schaltet hervorragend mit kurzen und klar definierten Schaltpunkten. Da ich auch schon Japaner mit ihren viel gelobten Getrieben gefahren habe, muss ich sagen, es ist, jedenfalls für mich,  kein Unterschied mehr festzustellen. Auch diese Getriebe lässt sich geräuschlos Schalten und das Einlegen des ersten Ganges erfolgt jetzt ohne Widerstand. Vielleicht lassen sich manche Getriebe noch leichter schalten aber das spielt nun wirklich keine Rolle mehr. Da ich den Motor nur bis 4000 U/min drehen durfte hatte ich oft genug die Gelegenheit den Gang zu wechseln.
Nach den ersten vorsichtigen Kurven, die Reifen waren ja noch neu, traute ich mich auch mal schneller durch die Kurven zu fahren. Man fühlt sich noch sicherer als auf der R1100GS und ist irgendwie noch einen Tick schneller unterwegs, was auch auf den lang übersetzten 6 Gang zurückzuführen ist. Diesen 6 Gang habe ich auf der R1100GS die ganze Zeit vermisst. Ich wollte wer, weis wie oft, vom fünften in den sechsten schalten. Es hört sich einfach langsamer an, aufgrund der niedrigeren Drehzahl, als man in Wirklichkeit ist. Erst ein Blick auf den Tacho verrät einem, das man eigentlich schon wieder zu schnell unterwegs war. 120km/h sind, so unter uns gesagt, mit diesem Motorrad jedenfalls ein angenehmes Landstraßen Tempo. Da jetzt die Reifen auch eingefahren waren, konnte ich mich kaum noch zurückhalten und so fuhr ich mit immer größer werdenden Schräglagen meine Hausstrecke ab. Natürlich unter Beachtung der Drehzahlgrenze von 4000 U/min, was aber im sechsten Gang immerhin gut 130 km/h bedeuten. Die zusätzlichen Kilos der 1150GS gegenüber der R1100GS sind nicht spürbar, man könnte auch sagen dieses Motorrad fährt sich als ob es 50 Kilo leichter wäre. Das tatsächliche Gewicht spürt man nur beim rangieren oder schieben in der Garage. Auch lässt sich die R1150GS sehr leicht auf den serienmäßigen Hauptständer aufbocken. Das war aber bei der R1100GS auch nicht anders. Bei meiner Kawasaki ZZR 600 ging das jedenfalls schwerer obwohl sie 40 Kilos leichter war.
Der neue Motor ist übrigens eine Wucht. Drehmoment ohne Ende, auch wenn ich das Gas noch nicht voll betätigen konnte und wollte, ist aber auch nicht nötig, auch mit Viertel- oder Halbgas zieht die GS weg als ob es kein halten mehr gibt. Der Motor läuft jetzt in jedem Drehzahlbereich ruhiger und runder, auch das viel beschriebene Konstant-Fahr-Ruckeln, unter Q-Freunden auch kurz KFR genannt, ist nicht mehr feststellbar. Wozu man natürlich sagen muss, das die meisten GS-Fahrer es gar nicht bemerken würden wenn es ihnen niemand erzählt hätte. Man nutzt einfach einen anderen Drehzahlbereich und schon ist es weg. Ich jedenfalls bin nie im fünften Gang durch die Stadt gefahren, denn nur dann ist es wirklich vorhanden gewesen und zwar wenn man zwischen keinem und minimal Gas gefahren ist. Aber bei der neuen 1150GS ist es nun wirklich verschwunden.
Auch kann ich nicht bestätigen das dieser Motor nicht so frei dreht wie der der R1100GS, man kommt ja kaum mit dem Schalten hinterher, aber vielleicht wird er in den höheren Drehzahlregionen träger. Aber das interessiert mich eigentlich nur am Rande, den Drehzahlen jenseits der 6000 U/min sind eigentlich unnötig, dies war auch bei der 1100 schon so. Wenn man in diese Regionen vorgestoßen ist dann höchstens mal bei sehr zügigen Überholen. Aber bei vorrauschender Fahrweise reicht auch der 4 oder 5 Gang um auf der Landstraße, ohne den Motor auszuquetschen, zu überholen. Auf Pass-Strassen, mit ihren kurzen Geraden sieht das natürlich ein wenig anders aus, hier kann es schon mal nötig sein den Motor auszudrehen und dafür reicht die Drehfreude allemal und wenn nicht, dann hätte man wohl besser nicht überholt. Aber ich schweife hier vom Thema  ab. Verbessert hat sich auch der Windschutz, im Vergleich zur R1100GS. Er ist sogar besser, als mit der von mir an der R1100GS verwendeten Ermax Tourenscheibe. Die Windgeräusche empfinde ich nicht als zu laut, auch hält sich der Winddruck in Grenzen.  Für meine nächste Fahrt, werde ich dann versuchsweise mal die Scheibe verstellen. Sie war jetzt in der mittleren Position. Ich werde dann mal die flache und die steile Einstellung testen. Um herauszufinden welche für mich die Angenehmste ist. Dies muss aber wahrscheinlich jeder für sich selbst herausfinden, denn je nach Körpergröße, Sitzposition und verwendeten Helm wird sich das Ergebnis für den einzelnen unterscheiden. Ich benutze übrigens den BMW-Systemhelm 3 und bin 190 cm groß. Um noch mal auf die fehlenden Griffschalen zurückzukommen. Ohne sie nützt, bei Temperaturen um 6°C,  auch die Griffheizung nichts mehr. Ich bin, als verwöhnter BMW-Fahrer, nicht im Besitz von Winterhandschuhen, denn auf der R1100GS habe ich sie eigentlich nie gebraucht. Dank Griffheizung und Griffschalen. 
Jetzt will ich mal ein Fazit aus meiner ersten Fahrt, eigentlich ist es ja die zweite, wenn man die Probefahrt hinzuzählt, mit der R1150GS ziehen.
Die Verbesserungen im Vergleich zur R1100GS sind klar spürbar. Vor allem der Motor hat deutlich an Laufruhe gewonnen und das Getriebe lässt sich besser Schalten und hat wie obern schon erwähnt endlich einen 6 Gang. Das ohnehin schon sehr gute Fahrwerk der R1100GS wurde in Richtung Komfort verbessert, bei fast noch besserer Straßenlage. Die Optik hat durch die neue Front auch hinzugewonnen, auch hat es  BMW verstanden den Sound zu verbessern ohne deswegen lauter zu werden. Zwei Kritikpunkte habe ich aber trotzdem. Die Beifahrer Fußrasten sollten tiefer angebracht werden, denn meiner Freundin tun nach längerer fahrt, vor allem in den Bergen immer die Knie weh und nicht wie auf anderen Motorräder der Hintern. Und die Kabelverlegung zwischen Tank und Lenker sieht auch nicht unbedingt schön aus. 
Wenn der Spaß so bleibt wie bei meiner ersten Tour und das wird er sicherlich, kann ich nur sagen , das ist das optimale Motorrad für mich. Der optimale Kompromiss aus Fahrspaß, Fahrkomfort und Tourentauglichkeit.

00000 Km - Eine BMW GS in der Schachtel

Da war Sie also, meine R1150GS. Endlich stand sie zumindest beim Händler. Trotz aller Befürchtungen, durch die Gerüchte BMW hätte Lieferschwierigkeiten, war sie da. Ist das nicht wie Weihnachten? Jedenfalls hat mich mein Händler, weil ich ihn darum gebeten habe, sofort angerufen, damit ich beim Auspacken dabei sein kann. Hört sich vermutlich ein wenig komisch an, aber wenn ich mir schon ein neues Motorrad kaufe will ich es gleich sehen, sobald es da ist und wie sollte ich denn hier einen Bericht über mein Motorrad schreiben wenn ich nicht von Anfang an dabei bin? Am liebsten wäre ich natürlich auch bei der Produktion in Berlin dabei gewesen, aber das ist wohl ein wenig zu viel verlangt, irgendwann schaue ich mir das aber schon mal an, wozu hat man den eine Schwester in Berlin, dann kann ich zwar nicht bei der Produktion meiner eigenen GS dabei sein, aber zu sehen wie die Spandauer ein Motorrad Produzieren ist auch so sehr interessant. Dafür habe ich noch ein paar Infos über die Geburt meiner GS.
07.02.2000 - Werk Berlin hat den Auftrag eingeplant und terminiert, Finish 14.02.2000 Teileabrufe an die Lieferanten übertragen  14.02.2000 - Montagestart 14.02.2000 - Einbau Motor (Nr. 07006344) 14.02.2000 - GS läuft vom Band, Montage-Finisharbeiten, Montage Ende 15.02.2000 - GS wird verpackt, dem Spediteur übergeben Ziel Hechler Motor GmbH

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So sieht eine R1150GS in der Lieferschachtel aus. Ganz schön kompakt! Wenn man sich diese Kiste anschaut weiß man auch warum der Transport so teuer ist. Nein mal im ernst, wenn man sich die Verpackungen der japanischen Motorräder anschaut wundert man sich doch wie die den weiten Weg, um die halbe Welt, in einer papp Schachtel überstehen konnten. Da kommt das Motorrad aus Berlin, kaum 650 km weit entfernt, und ist eingepackt als ob BMW es nach Australien senden wollte.

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Und so nach dem die Gurte gelöst wurden, mit denen sie auf die Palette gespannt, wurde. Ist eigentlich ein fertiges Motorrad bis auf die Scheibe und die Cockpitverkleidung. Die restliche Montage findet dann in der Werkstatt statt und nicht wie hier zu sehen auf der Straße. Es werden also noch den Motorschutz, die Cockpitverkleidung, die Scheibe und die Spiegel montiert und dann ist das Motorrad bis auf die Übergabedurchsicht fertig.